Verfasst am: 27.Mai.10 12:23 Nr: 3320 Titel: Meine erste Handaufzucht
Hallo allerseits,
nachdem ich mich die erste Woche als etwas verwirrt Fragende durch diverse Foren gewühlt habe, möchte ich nun gern all die vielen guten Antworten, die ich besonders in diesem erhalten habe, bündeln und mich vor allem bedanken! Und damit all die vielen Tipps nicht verloren gehen, bau ich sie in meine kleine Doku meiner ersten Handaufzucht mit ein. Vielleicht hilft das ja dann wieder neuen Lesern
Intro
Ich mag Katzen. Ich finde Tierschutz nicht nur toll, sondern enorm wichtig.
Resultat 1:
Meine beiden großen Katzen stammen aus dem Tierschutz.
Resultat 2:
Ich bin seit Anfang des Jahres als Pflegestelle für mein örtliches Tierheim registriert. Das ist eine gute Art, die Organisationen zu unterstützen, die sich um Tiere kümmern, für die bisher kein Mensch Verantwortung übernehmen wollte.
Aber: Es sollte nicht als Möglichkeit verstanden werden, kostenlos und nur für einen kurzen Zeitrum möglichst viele "süüüüße" Kätzchen um sich zu haben. Pflegeschaft ist keine Abkürzung, um ein Tierhalter zu werden, und es ist auch keine Light-Variante des Tierhalter-Daseins. Ich schreibe das an dieser Stelle, weil mir mittlerweile schon einige Leute mit diesem "Ooooch, kleine Kätzchen! Kann ich das auch machen? Muss man da einem Verein beitreten? Was, die wollen, dass man da einen Beitrag zahlt?" begegnet sind.
--- Okay, Abschweifung vorbei. ---
Also, ich hab mich beim Tierheim als Pflegestelle registrieren lassen. Daraufhin kam eine Mitarbeiterin des Tierheims und hat sich nicht nur meine Wohnung angeschaut, sondern mich auch zu meinen Motiven und, unterschwellig, aber sehr gewissenhaft, zu meiner Zuverlässigkeit und Selbstdisziplin befragt. Derart durchleuchtet hatte ich nun auch eine Bestätigung, dass mich das Tierheim auch bei dieser großen Aufgabe unterstützen würde. Ein beruhigendes Gefühl!
Zuletzt bearbeitet von severina186 am 27.Mai.10 12:29, insgesamt 4-mal bearbeitet
Verfasst am: 27.Mai.10 12:25 Nr: 3321 Titel: Es wird ernst.
Es wird ernst.
Vergangenen Dienstag, am 18. Mai, rief mich das Tierheim an. Vier kleine Kätzchen seien am Vortag ohne Mutter abgegeben worden. Geboren wären sie vermutlich am 15. Mai. Ob ich bereit wäre, sie zu mir zu nehmen?
Antwort: Ja! Aber bitte nur, wenn nochmal ein Mitarbeiter von Ihnen vorbeikommt, sich nochmal meine Wohnung anschaut und mir genau erklärt und am besten gleich zeigt, was ich machen muss.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich mir in einigen Foren schon diverse Beiträge zum Thema Katzenaufzucht durchgelesen. Und natürlich hatte ich mir auch schon vorher am Telefon erklären lassen, was es zu beachten gibt. Habe ich erwähnt, dass ich ein stark ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis habe?
Dienstag Abend brachte dann eine Mitarbeiterin die vier kleinen vorbei.
Verfasst am: 27.Mai.10 12:50 Nr: 3323 Titel: Was ich wusste.
Was ich wusste.
Meine theoretisches Vorwissen beschränkte sich in etwa auf folgende Punkte:
1. Kätzchen müssen regelmäßig gefüttert werden. Besonders wichtig ist das in den ersten 14 Tagen. Da brauchen sie alle Energie, um zu überleben. Überleben bedeutet in diesem Fall:
Den Schock überstehen, plötzlich ohne Mutter zu sein. Was für eine kleine Katze bedeutet: Komplett allein.
Gut, meine 4 hatten die anderen als Wärmespender, aber das war's. Mutterlose Kätzchen haben bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie gefunden werden, keinen, der sie ernährt, säubert, wärmt, Ruhe und Geborgenheit spendet. All das fehlt.
Und all das muss nun die Pflegemutti/der Pflegepapa ersetzen.
Also:
Regelmäßig füttern. Heißt: In den ersten 14 Tagen alle 2 Stunden, Tag und Nacht. Nicht verschlafen, nicht unregelmäßig füttern, nicht zu viel und nicht zu wenig.
2. Das "zu viel" und "zu wenig" hängt in diesem Fall vom Alter der Kätzchen, ihrem Entwicklungsstand, und von der Katzenaufzuchtsmilch ab.
3. Kätzchen brauchen Wärme. Immer, und möglichst gleichbleibend eine hohe Umgebungstemperatur. Das Tierheim empfohl mir hierfür eine Wärmflasche. Zu dem Punkt habe ich ganz schnell dazugelernt.
4. Kätzchen können in den ersten Wochen noch nicht richtig verdauen und ausscheiden. Das bedeutet:
Möglichst nach jeder Fütterung muss das Bäuchlein jedes Kätzchens mit einem warmen, feuchten (aber nicht nassem!) Lappen massiert werden. Dabei wird mit den Fingern etwas Druck ausgeübt und sanft nach unten gestrichen. Das reicht aber noch nicht. Ebenfalls muss der Genitalbereich jedes Kätzchen massiert werden, weil erst das die Ausscheidung von Kot und Urin anregt. Und das ist für das Kätzchen genau so lebenswichtig wie die Nahrungsaufnahme.
Außerdem genießen die Kätzchen sichtlich diese Streicheleinheiten.
Zusammengefasst:
Gut: Nahrung, Wärme, Massieren, Streicheln.
Schlecht: Zu wenig oder unregelmäßig Nahrung, zu kühle Umgebungstemperatur, keine Massagen oder Streicheleinheiten.
Hört sich einfach und übersichtlich an? Hm.
Unter der Aufsicht der TH-Mitarbeiterin machte ich mich also an meine erste Fütterung. Das Konzept "einfach und übersichtlich" kennen kleine Katzen in dem Sinne wohl nicht. Fressen, weil es lebensnotwendig ist? Neee! Stillhalten, wenn die Massage naht? Auch nicht. Warum auch. Die Frau hat kalte Hände.
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